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4. Dezember 2015

Von zerbrochenen Klängen, den ''anderen Europäern" und einer OMA

Als Alan Bern 1999 als Dozent für einen Workshop zu jiddischer Musik im Rahmen der Europäischen Sommerakademie nach Weimar eingeladen wurde, war nicht abzusehen, welchen engen Bezug er zur Stadt aufbauen würde. Sowohl über die Entwicklung und Verwurzelung seines Lebensprojekts in Weimar als auch über seine Überzeugungen als Kulturaktivist, Musiker und Lehrer für eine durch ihn selbst entwickelte Improvisationsmethode sprach Alan im Café Gedanken frei am 28. November in der Eckermann Buchhandlung. Er ließ das Publikum auch an persönlichem Momenten seines Lebens teilhaben und berichtete von den Dingen, die ihn immer wieder motivieren und das Leben genießen lassen. Das gemeinsame künstlerische Tun, die direkte Kommunikation, bei dem auch der Lehrende stets von seinen Schüler_innen lernt, ist was Alan Bern inspiriert und glücklich macht.
Während er über das Bandprojekt „the other europeans“ berichtet, welches von der europäischen Kommission 2010 als eines von 20 Best-Practice Projekten zur Unterstützung der Roma-Gemeinde in Europa ausgezeichnet wurde, zeigten sich dann gesellschafts- und kulturpolitische Perspektiven im Wirken von Alan Bern. Schon der Bandname ist eine Anspielung auf die Zuschreibung, dass Roma und Romnija sowie Jüdinnen und Juden ''anders“ europäisch seien und ihre Kultur sehr oft exotisiert wird, obwohl sie ein bedeutender Bestandteil der europäischen Geschichte ist. Ausgangspunkt einer filmisch dokumentierten Reise der „other europeans“ durch Europa, mit dem Ziel historische und aktuelle Beziehungen von Jiddischer und Roma-Kultur nachzuspüren, war eine kulturelle Ausnahmeerscheinung zu Beginn des 20. Jahrhunderts im damaligen Bessarabien, dem heutigen Moldawien. Zu dieser Zeit gab es laut Alan Bern eine stark kosmopolitisch geprägte Musikkultur, die jedoch im Nachgang aufgrund verschiedener ideologischer Bewertungen verdrängt wurde. So wurden zum Beispiel nach dem zweiten Weltkrieg in Moldawien jegliche Aufnahmen  aufgrund ihres vermeintlich zu jüdischen Klangs vernichtet und dieser Musikkultur der Eingang in die nationale Musiktradition verwehrt wurde.
Leser_innen, die gern mehr über diesen Teil europäischer Kulturgeschichte erfahren möchte, wird es ans Herz gelegt, sich die Dokumentation „Der zerbrochene Klang. Ein Roadmovie“ anzuschauen.
Neben den Grundprinzipien des soziokulturellen Ortes in der Ernst-Kohl-Straße 23, auch als OMA bekannt oder von Alan Bern als „Empowerment-Center“ bezeichnet, stellte er zum Schluss des Café Gedanken frei die Pläne für den Jiddisch Summer 2016 in Weimar vor. Erfreulicherweise kann das Programm mit drei zusätzlichen Modulen aufwarten. Für eines, ein Straßentheater, das von Künstler_innen aus New York betreut werden wird, können sich Interessierte auch ohne Schauspielkenntnisse anmelden.