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Erinnerung wachhalten - auch 75 Jahre nach der Befreiung konsequent gegen den Rechtsruck

Zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora am 11. April 1945 erklärt Susanne Hennig-Wellsow, Vorsitzende der Landtagsfraktion und Landesvorsitzende DIE LINKE Thüringen: „Auch 75 Jahre nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus und der Befreiung der Konzentrationslager, müssen wir die Erinnerung an den grauenvollen Massemord der Shoa wachhalten und dabei den Schwur von Buchenwald weiter als Leitlinie leben: ‚Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.‘ Es ist erschreckend, dass auch 75 Jahre nach der Befreiung Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus bis in die Mitte der Gesellschaft verbreitet sind. Daher sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich konsequent auch im Alltag gegen Ausgrenzung und Abwertung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder durch Zuschreiben zu einer bestimmten Gruppe einzusetzen.“

Es sei ein schmerzlicher Moment, dass nun das jährliche Zusammenkommen mit den Überlebenden im Rahmen des zentralen Gedenktages nicht stattfinden könne. In der aktuellen Pandemiesituation sei dies jedoch gerade im Sinne der Gesundheit der Überlebenden und ihrer Angehörigen unvermeidbar.

Hennig-Wellsow weiter: „Das Gedenken wird dennoch stattfinden, wenn auch in anderer Form. Wir begrüßen es sehr, dass die verfasste ‚Thüringer Erklärung: 75 Jahre danach – Historische Verantwortung wahren – Demokratie und Menschenrechte verteidigen‘ gemeinsam mit den Reden der Überlebenden ab Samstagmorgen (11. April) unter der eigens geschalteten Website weltweit abrufbar sein wird. Insofern sind die neuen Umstände zugleich auch eine Chance, in Zukunft den Weg zu einer digitalen Erinnerungskultur weiter zu beschreiten, um auch Menschen in das Gedenken einzubinden, die aus unterschiedlichen Gründen physisch nicht anwesend sein können und gleichermaßen auch für künftige Generationen, um mit modernen Formaten gegen das Vergessen anzukämpfen.“

Hennig-Wellsow bedankt sich insbesondere bei den Gedenkstätten und ihren Mitarbeiter*innen, sowie den Vereinen und Initiativen, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VNN/BdA) und den vielen Ehrenamtlichen, die die Erinnerungsorte am Leben halten und das Gedenken organisieren, aber auch allen Antifaschistinnen und Antifaschisten, die sich konsequent gegen alte und neue Nazis engagieren.

Abschließend erklärt die LINKE-Politikerin: „Nicht zuletzt die Taten des NSU, der Mord an Walter Lübcke und die tödlichen Anschläge in Halle und Hanau haben gezeigt, wie real die Bedrohung ist, die von nationalsozialistischen, rassistischen und antisemitischen Überzeugungen ausgeht. Jetzt ist es Zeit, gemeinsam Position zu beziehen gegen jene, die die Erinnerungskultur am liebsten auslöschen würden, den NS als ‚Vogelschiss‘ relativieren wollen oder von der 180-Grad-Wende fabulieren. Nie wieder!“

 


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